6. Sommerplausch an der Lenk (denk)
Ausgangslage:
Der Sommerplausch an der Lenk gehört mittlerweile zum festen Sommerferienprogramm von insieme Zürcher Oberland. Nicht wenige der 18 Gäste sind seit der ersten Sommerplausch-Woche an der Lenk dabei und freuen sich riesig auf die tollen Ausflüge im wunderschönen Berner Oberland. Bereits das vierte Mal dürfen wir im heimeligen Hotel Wildstrubel zu Gast sein und uns vom engagierten Wildstrubel-Team verwöhnen lassen. Die Leitung liegt wiederum bei mir, unterstützt werde ich von unserem bewährten Helferteam mit Helen Markwalder, Verena Aerni, Doris Brettle, Edith Maier, Urs Maier, Dani Kästli, Beat Staubli und Patrick Loegle.
Samstag, 01.August
Es ist heiss, einfach nur heiss, keine Regenwolke weit und breit und das Wetter-App zeigt 🌞über 🌞über 🌞. Einzig über dem Berner Oberland könnte dann und wann ein Donnergrollen hörbar sein und ein Gutsch Gewitterregen niederprasseln, aber ob dem wirklich so ist, das werden wir noch sehen.
Unglaublich, wieviel Verkehr sich am Schweizer Nationalfeiertag auf den Strassen bewegt, sollten die nicht alle zuhause am Feiern sein? Wir kommen auf alle Fälle fröhlich in der Lenk an und freuen uns auf die herrlich kühleren Berg-Tage, 700 Höhenmeter machen ganz sicher einen grossen Unterschied, von 36 Grad zu 33 Grad 😉. Einziger Wermutstropfen, wie überall in der Schweiz herrscht auch in der Lenk absolutes Feuerverbot. Ich jedenfalls sehe bereits unsere Freitagabendgrillparty munter die Simme herunterschwimmen.
Sonntag, 02. August
Wir reiben uns den Schlaf aus den Augen und geniessen genüsslich das herrliche Wildstrubel Frühstück. Wir, das heisst alle ausser mir und meinem Lebenspartner. Wir sind definitiv keine Frühstücksenthusiasten, uns lässt das Buffet kalt, dafür lockt die kleine Kaffee-Bar Espressionist im ehemaligen Bahnhöfli Lenk, gleich neben dem Hotel Wildstrubel mit tollstem Cappuccino und leckersten Gipfeli. So wird die Bar Espressionist die ganze Woche zum Treffpunkt der insieme Kaffeeliebhaber, und das sind nicht wenige.
Nach Ausflügen in die Badi, an die Simmenfälle oder aufs Leiterli treffen sich alle nach dem Nachtessen (wie immer einfach sehr fein) zum fröhliche Sonntagabendausklang in der trendy Rooftop Bar (ja, ja, die gibt es in der Lenk!).
Montag, 03. August
Heute hüpfen wir früh aus den Betten und treffen uns schon vor neun Uhr im Espressionist (zum guten Gück sind wir so früh, noch sind fast alle Tische frei). Unsere Gruppe macht einen Ausflug aufs Stockhorn. In Erlenbach treffen wir auf Daniela Potenza und ihren Freund Roger, die beiden werden den heutigen Tag mit uns verbringen. Puhh, von der Bahnstation Erlenbach zur Gondel, die uns auf das Stockhorn bringen soll, ist es viel weiter als gedacht. In dieser Hitze den Berg hinauflaufen, uff. Wir machen Autostopp und prompt nimmt uns eine nette Bernerin mit dem Auto mit. Flugs transportiert uns die Seilbahn zur Mittelstation «Chrindi». Nur die ganz Wagemutigen zieht es noch eine Station höher aufs Stockhorn. Auf «Chrindi» wartet die nächste Überraschung auf uns. Es gibt Elektro-Rollstühle zu mieten, gesponsort von Cerebral Schweiz. Das Highlight für Thomas und Bella, unsere beiden gehbehinderten Sommerplauschgäste. Nun geht es munter und ohne Hindernisse um den idyllischen Hinterstockensee mit Picknickhalt und Alpakastreicheln.
Dienstag, 04. August
Unser Grüppli entscheidet sich für einen Ausflug nach Aigle. Da gibt es ein mittelalterliches Schloss zu besichtigen und die Fahrt dahin soll spektakulär sein. Wir werden nicht enttäuscht. Ab Gstaad transportiert uns das Postauto durch eine atemberaubende Landschaft. Über den Col du Pillon, vorbei an Glacier 3000 nach Les Diablerets und von da mit einem Minizug weiter nach Aigle. Traumhaft und bei diesem Wetter erst recht. Sogar die von Tissot gesponsorte Hängebrücke auf Glacier 3000 zeigt sich uns und schickt uns im Postauto einen kalten Schauer über den Rücken. Aigle ist ein richtig verschlafenes, überaus sympathisches Mini-Städtchen. Im Café L’Echappée erholen wir uns von der eindrücklichen Reise und nach einem gemütlichen Spaziergang durchs Städtchen machen wir uns auf ins Chateau. Wow, wir fühlen uns in der Zeit um Jahrhunderte zurückversetzt. Wir durchstöbern das Schloss fast bis in den hintersten Winkel, fragen uns, was die Schlossfräuleins den ganzen Tag gemacht haben, bestaunen die überaus reich verzierten Wappen der Edlen und posieren auf den Laubengängen. Lustig wird es in der Ausstellung von besonderen Weinettiketten für die Tropfen aus der Umgebung. Sogar Tim und Struppi sind vertreten.
Mittwoch, 05. August
Auch heute führt uns der Ausflug ins Wallis. Der Unterschied zu gestern, es kommen ALLE mit und statt Schlossbesichtigung geht es in die Fondation Pierre Gianadda. Da gibt es für alle etwas. Einen verträumten Skulpturengarten, eine spannende Ausstellung über die Werke von August Rodin und natürlich das Automuseum mit Trouvaillen auf vier Rädern. Die Fahrt führt uns über Spiez nach Visp und Martigny. In Spiez bleibt genügend Zeit, um uns im Coop mit Lunch einzudecken und diesen genüsslich auf dem Picknick-Platz im Garten der Fondation Pierre Gianadda zu verzehren. Anschliessend geht es Grüppchenweise ins Haus, auf einen Rundweg durch den Skulpturengarten oder direkt in die Gelateria. Überraschung – auf wen treffen wir am Bahnhof Martigny? Auf Christoph Allemann und sein Gästetrüppli von insieme Fribourg. Das Wiedersehens-Hallo ist überschwänglich und lautstark, aber Vorsicht ist geboten, wir wollen ja keine Fribourger-Gäste nach Lenk mitnehmen 😉
Donnerstag, 06. August
Was ist der Sommerplausch Lenk ohne die fröhliche Schifffahrt mit dem Raddampfer Blümlisalp von Thun nach Interlaken? Da das Schiff in Thun erst um 12.40 Uhr ablegt, müssen wir auch nicht bereits um halb zehn Uhr auf den Zug und es bleibt VIEL Zeit für VIEL Cappuccino im Espressionist. Die Fahrt ist wie immer herrlich, das Wetter und die Luft geniessen, die Seele baumeln lassen und die Gedanken dürfen grad wie das Wasser unter dem Kiel einfach an uns vorbeirauschen. Es ist einfach immer wieder schön, die Szenerie mit den Berner Oberländer Chalets, den kleinen Grand Hotels aus vergangener Zeit und den einmaligen Bergketten des Berner Oberlandes an sich vorbeiziehen zu lassen. In Interlaken spukt uns das Schiff in die unendlichen Touristenströme aus. Aber wo bleiben dieses Jahr die Inder? Wir sehen auf alle Fälle keine, dafür viele amerikanische Touristen. Wir nehmen, schon ganz traditionell, im Café Schuh platz und bestellen beim Kellner, der sich doch tatsächlich an uns erinnern mag, das Glace des Herzens.
Freitag, 07. August
Die glücklichste Nachricht zuerst, wir dürfen am Lenkerseeli grillieren. Mit Miriam Bandekov, unserer Gastgeberin vom Hotel Wildstrubel treffe ich die Abmachung, dass wir uns um 17.00 Uhr am Lenkerseeli zum Einheizen der Grillstellen treffen. Wir müssen uns wie immer um nichts kümmern, alles übernimmt das Team des Hotels Wildstrubel. Einzig das Einfeuern und das Wenden der Würste und Steak lassen sich unsere Männer nicht nehmen. So bleibt uns genügend Zeit zu einem letzten Ausflug in die Badi, aufs Leiterli oder an die Simmenfälle. Uns alle befällt bereits eine gewisse Wehmut, geht es doch morgen schon wieder nach Hause. Aber die Traurigkeit hält nicht lange, die am Vorabend entdeckte italienische Band Appartamento 12 heizt uns ein mit rockigem Sound, der Grillplatz verwandelt sich in eine Tanzfläche und es wird gemovt, was die müden Beine noch hergeben. Langsam wird es kühl und dunkel und DJ Bächli wartet mit seiner unvergleichlichen Disco auf uns.
Samstag, 09. August
Ciao Miriam, Ciao Tartuffe, Ciao Wildstrubel Team, Ciao Espressionist, Ciao Lenk. Wir kommen wieder, ganz sicher in einigen Jahren, aber im kommenden Jahr möchten wir nun doch einmal nach Montreux an den Genfersee.
Bericht: Christina Froidevaux, Leitung Sommerplausch Lenk